Kyōto war einst die Hauptstadt Japans und ist mit den vielen Tempeln, Gärten und Darbietungen bis heute eine der Hauptattraktionen des Landes. Kyōto liegt hübsch zwischen den Hügeln eingebettet und war von Osaka aus mit dem Hankyu-Zug bequem erreichbar.
Nijo Festung
Kurz nach der Ankunft machten wir uns auf den Weg zum Ninomaru-Palast in der Burg Nijō, wo sich uns ein prunkvolles Eingangstor zeigte. Video- und Bildaufnahmen waren leider in den Räumlichkeiten verboten. Nebst den äusserst dekorativen Elementen verwunderte uns das eingebaute Sicherheitssystem: Der Fussboden aus Holz klang beim Darübergehen wie zirpende Vögel – ungebetene Gäste werde somit auch heute noch rasch entdeckt!
Arashiyama
Der durch die Medien bekannte Bambuswald Arashiyama Bamboo Grove (East) besuchten wir früh morgens, um möglichst wenigen Touristen zu begegnen. Nun ja, der Weg war schön – jedoch nicht atemberaubend.
Der Pfad führte uns weiter zum Katsura River und von dort hoch zum Affenpark. Die herumtollenden Babyäffchen waren wirklich süss! Die Zeit verging wie im Flug, weswegen wir auf dem Rückweg hungrig die japanische Spezialität Dango (sweet Dumpling) am Wegrand verkosteten.
Fushimi Inari Taisha
Der Fushimi Inari Taisha gehört zu den ältesten und mit seinen tausenden orangen Torii wohl zu den bekanntesten Shintō-Schreinen in Kyōto.
Der drängenden Menschenmasse anzunehmen, dachten wir, dass sich die Torii nur über wenige Meter erstrecken und der “Fotohotspot” genutzt werden muss. Mit der Zunahme der Höhenmeter lichtete sich die Menschenmasse aber stetig und die Treppen konnten gemächlich bestiegen werden. Ungeachtet von den vielen Spinnen war der Abstieg in der Abenddämmerung fast mysthisch.
Kochkurs
Auch in Japan wollten wir einen Kochkurs belegen und wurden auf Tripadvisor mit der Kochschule Cooking-Sun rasch fündig. Wir entschieden uns für einen Bento-Kurs, welche folgende Gerichte beinhaltete:
- Dashi (Basic Suppe)
- Miso (Dashi+Misosuppe)
- Gomaae (Spinat-Soja-Sesam Salat)
- Teriyaki Chicken (Soja-Zucker-Hühnchengericht)
- Rolled Egg (Omlettähnlich)
- Tempura (irgendwas frittiert)
- .. und natürlich SUSHI!
Bento ist in Japan eine weit verbreitete Darreichungsform, wo verschiedene “Häppchen” in einem Kasten hübsch getrennt präsentiert werden. Die Kochlehrerin war sehr sympathisch, der Raum sauber, die Kochschürze chic und die Atmosphäre mit dem frisch verheirateten Paar aus England locker. Die vier Gerichte waren nicht gänzlich perfekt – dafür aber umso leckerer!
Gion
Gion ist das traditionelle Viertel von Kyoto und durch die enge Verbindung mit den japanischen Künsten und den Geishas bekannt. Die Kochlehrerin klärte uns auf, dass die Geishas pandemiebedingt nur Privatvorstellungen geben. Da uns das zu kostspielig war, verzichteten wir darauf. Den abendlichen Spaziergang durch die geheimnisvollen Gassen mit den halb verschlossenen Jalousien liessen wir uns dann aber doch nicht entgehen. Und mit etwas Glück – und einer klitzekleinen Internetrecherche – entdeckten wir sogar eine Geisha an der Strassenkreuzung 🙂
Fahrradtour
Am letzten Tag vor der Weiterreise nach Tokio mieteten wir ein top Fahrrad mit eingeschränkter Bremsfähigkeit und nur einem Gang. Nach den ersten wackeligen Fahrversüchen von Jessi mussten wir erstmal unser Renn-Ferrari den Berg bis zum buddhistischen Tempel Kiyomizu-dera hochschieben. Nach erfolgreichem “Eingliedern” in die Schul- und Touristenmassen, konnten wir die spannende Holzkonstruktion betrachten und den herbstlich gefärbten Panoramablick geniessen.
Inmitten dem Park entschieden wir uns für einen weiteren 500m Abstecher zum Seikanji-Tempel. Die Anlage schien sehr verlassen, bis sich eine rührende Szene zwischen einem älteren Herrn und einem vermutlich dort ansässigen Mönch bot.
Letztendlich führte uns die Ferraritour zum Sanjusangendo-Tempel, wo 1001 lebensgrosse tausendarmige Kannon ausgestellt und verehrt werden. Trotz Tempel-Müdigkeit war der Anblick imposant. Fotos waren leider von der Ausstellung nicht erlaubt.
Faszinierende Bilder und beeindruckende Stadt.