Golgulsa Tempel & Sonmudo
Der Golgulsa Tempel befindet sich in der Nähe der Stadt Gyeongju am Fusse des Hamwolsan Berges. Bekannt für seine einzigartige Lage und der antiken Kampfkunst Sunmudo (Sun = Meditation, Mu = Kampfkunst, Do = Disziplin), welche seit über 1’000 Jahren hier praktiziert wird, bietet sich dieser Tempel ganz besonders an, die uns fremden Rituale und die Lebensweise der Mönche besser kennenzulernen.
Vorbereiten und Überraschungen
Erst gerade in Busan angekommen, entscheiden wir uns für einen zweitägigen Aufenthalt im Tempel Golgulsa. Zwei Dinge bereiten uns jedoch Kopfzerbrechen: Die Kälte und das Essen (viele negative Kommentare). Deshalb werden extra dicke und warme Kleider eingepackt, inklusive Winterjacke!
Pünktlich zu unserer Ankunft an der Bushaltestelle überrascht uns das Wetter und es beginnt in Strömen zu regnen. Dank der passenden Ausrüstung bleiben wir mehrheitlich trocken und kommen zu Fuss nach gut 20 Minuten im Tempel an. Die nächste Überraschung lässt nicht lange auf sich warten: Eine Gruppe französischer Teenager verbringt auch eine Nacht hier…
Sunmudo Vorführung und Training
Nachdem wir die Kleidung gefasst, uns in unseren Zimmer eingerichtet (Pascal hatte sich für ein Einzelzimmer entschieden, Jessi für die Experience im Gruppenschlafsaal mit 20 anderen Frauen) und umgezogen hatten, stand eine Sunmudo Vorführung auf dem Programm. Leider war diese aufgrund des starken Regens nicht draussen inmitten der spektakulären Umgebung, sondern in der Trainingshalle und fiel sehr verkürzt aus. Trotzdem waren einige der gezeigten Übungen sehr eindrucksvoll und das Ganze eine Mischung aus Kampfkunst, Yoga und Tanz. Als nächstes sollten wir selbst unsere sportlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen und an einer einführenden Sunmudo Lektion teilnehmen. Diese wurden in kleinen Gruppen durchgeführt und waren eine tolle aber schweissreiche Erfahrung.
Es regnete ununterbrochen und wir duften nach dem Training zurück in die grosse Trainingshalle um an den 108 Prostrationen (Verbeugungen) teilzunehemen. Schnell machten sich die Muskeln bemerkbar (Jessi hatte zwei Tage ultra Muskelkater 😅).
Abendprogramm
18:00 Uhr – Zeit für das Abendessen mit genauen Anweisungen: Beim Eintreten nach links verbeugen, absolut kein Food waste, vor dem Teller verbeugen (um allen Personen zu danken, die diese Mahlzeit ermöglichten) und im Anschluss die Teller sauber machen. Die Auswahl war gross und bestand aus verschiedenem Gemüse (Kimchi), Reis und als Dessert eine halbe Banane. Alles in allem war es lecker und sauber. Glück gehabt! 😅
Es war bereits dunkel und noch gut zwei Stunden zur freien Verfügung, bevor um 21 Uhr Bettruhe galt. Wir nutzten diese Zeit den Tempel und die Umgebung zu erkunden und einige Fotos zu machen.
Spaziergang und Meditation am Meer
Pünktlich um 5:00 Uhr wurden wir vom Klang von Schlaghölzern und Gebetsgesang für die Morgenmedidation (sitzend und laufend) geweckt. Im Anschluss gab es Frühstück und nochmals zwei Stunden Freizeit. Wir entschieden uns den oberen Teil der Tempeanlage und den in Fels gemeiselten Buddha anzusehen. Die Sonne blickte für einige Minuten zwischen den Wolken hervor und es bot sich uns eine imposante Aussicht.
Als letzte Aktivität gab es eine Trekking Tour an der Küste und eine Meditations-Session am Strand mit einer Gruppenübung im Anschluss.
Zurück im Tempel gab es ein letztes Mal etwas zu Essen, bevor wir unseren Rucksack packten und uns auf den Rückweg richtung Busan machten.
Alles in allem eine tolle und lohnenswerte Erfahrung. Die zwei Tage gingen sehr schnell vorbei und wir hatten die Möglichkeit einigen Rituale der Mönche beizuwohnen und mitzumachen.