Redcliff – Springbrook National Park
Nach unserem Besuch in der ersten grossen Stadt auf unserem Road Trip ging es nun Weiter Richtung Süden. Nur wenige Kilometer von der Küste entfernt befand sich der Nationalpark Springbrook. Leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung bei unserem Versuch die Seen, Wasserfälle und Lookouts zu besuchen. Speziell wenn sich ein Lookout “the best of all Lookouts“ nennt, wollten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen diese auch zu sehen. Bei schwerem Dauerregen entschlossen wir uns nach unserer Ankunft erst einmal etwas zu essen und abzuwarten. Nachdem Mittagessen und Nickerchen erledigt waren und wir unsere Regenjacken angezogen hatten, machten wir uns auf zum besten Lookout. Dank des Regens war der Weg durch den Regenwald sehr episch und menschenleer. Was allerdings auch nicht zu sehen war, war die Aussicht! Der Nebel war sehr dicht und man konnte keine zehn Meter weit sehen.
Es war schon spät geworden, weshalb wir uns auf die eifrige Suche nach einem Campingplatz machten. Im Nationalpark selber gab es keine Möglichkeiten, weshalb wir uns auf den Weg nach Mount Nimmel machten. Der Campingplatz schaffte es definitiv nicht unter unsere Top 3… Die Ankunft im Nirgendwo ohne jeglichen Telefonempfang und ohne Personal. Das einzige was uns Willkommen hiess, war eine Blechhütte mit Ordnungs- und Zahlungsanweisungen und eine sich darin befindende Huntsman Spinne in der Grösse einer Hand – 😣.
Was uns allerdings den offlinen Abend versüsste und einige Hirnzellen zum Glühen brachte, war das clevere Rätsel von Selina & Thomas und der nächtliche Besuch eines schwangeren Wallabys.
Springbrook National Park – Byron Bay
Bei den unerwartet tiefen Temperaturen die nachts herrschten, fiel es uns leicht früh aufzustehen und uns abfahrtsbereit zu machen. Unser nächstes Ziel, Byron Bay, versprach wieder deutlich wärmer zu sein.
Nach einer entspannten ersten Etappe traffen wir im Surfers Paradise ein. Am weihnachtlich geschmückten Strand tummelten sich unzählige Badegäste. Wir lernten aber schnell, dass der Strand und die anliegende Promenade / Strasse von (möchtegern) Insta-Sternchen genutzt wird um gesehen zu werden und ihre Sportwagen zu präsentieren. Wir machten es uns auf einer schatzigen Bank bequem und schauten einem lokal organisierten Beachvolleyball Tunier zu.
Nachdem wir uns mit einem Mittagsmenü in der Stadt gestärkt hatten, machten wir uns auf zu unserem Van. Was wir beim Parkieren nicht bedachten war, dass sich der Parkplatz bis zum Mittag komplett füllen wird und die Strasse zwischen zwei Reihen knapp nur sieben Meter breit war. Konkret hiess das für Pascal (Fahrer) eine etwas komplizierte und für Jessi (Lotse) nervenaufreibende Ausparkaktion mit unserem 7.2 m Gefährt.
In Byron Bay angekommen, machten wir uns auf zum östlichsten Punkt des australischen Festlandes. Bekannt für Walsichtungen in den Wintermonaten, bietet der Fussweg entlang der Klippen einen wunderschönen Ausblick auf das Meer.
Weiter ging unser Fussmarsch Richtung Leuchtturm, welcher eine besondere Atmosphäre für den einen oder anderen Schnappschuss versprach. Sehr beliebt ist die Umgebung rund um den Leuchtturm auch abends, um mit einer Picknickdecke und ein oder zwei Bier bewaffnet den Sonnenuntergang zu geniessen.
Byron Bay – Tenterfield
Nach einem gemütlichen Frühstück (eng. umg.: brekki) unternahmen wir einen Abstecher zum etwas versteckten Ti tree lake. Der rötliche See kann durch einen ca. 30 minütigen Strandspaziergang erreicht werden. Unerwartet war allerdings die Stärke des Windes, welcher uns fast (und Jessis Hut ganz) wegwinden vermochte. Nach einem kurzen (fast horizontalen) Sprint, war er dann aber wieder auf dem Kopf platziert.
Auf der mehrstündigen Autobahnfahrt in das Landesinnere überraschte uns an einem Ast ein hängendes Wollkneuel. Auf den zweiten Blick erkannten wir den süssen Koala! 🐨
Kurz nach dem Einchecken auf dem Campingplatz ging es nochmals weiter Richtung Boonoo Boonoo Park. Die Merkmale eines australischen Nationalparkes (keine Menschenseele, keinen Empfang & Schotterstrassen) waren hier absolut erfüllt. Der eigentliche Gehweg zum Wasserfall war dann ziemlich kurz. Auf dem Rückweg erblicken wir unzählige Kängurus und waren dankbar, dass der Campervan die holprige und mit Löcher übersähte Strasse überstand.
Tenterfield – Coffs Harbour
Am Folgetag ging die Fahrt erneut ins Outback. Nach dem Studieren der Wanderkarte ging es dann auf dem vorgegebenen Pfad zum Bald Rock schon los. Der Bungoona Walk führte uns durch den Wald, zwischen Steinblöcke hindurch ins Niemandsland, bis sich farbige Felsstrukturen und eine 360 Grad Aussicht eröffnete. Der Anti-Schlangenatock blieb unbenutzt, dafür erfreuten wir uns über die Schmetterlinge, Kookaburra und Papageie ☺️.
Zufrieden traten wir die fünfstündige Fahrt nach Coffs Harbour an. Kurz nach der Ankunft auf dem Campingplatz kamen wir mit den interessierten Nachbarn aus Adelaide ins Gespräch. Nach der Dämmerung und der Sichtung von einer Possum-Familie boten sie uns kurzerhand ein Bier sowie Fish and Chips (mit dem obligaten chicken salt) in ihrem Van an! ☺️ Thanks to John & Catherine!
Coffs Harbour – Nambucca
Am Folgetag planten wir nebst der geplanten Strecke einen kleinen Abstecher zum Sky Walk (70m Aussichtsplatform über dem Regenwald) und dem Dorrigo Bird Walk. Sehr unerwartet waren die riesigen Eidechsen, welche sich zum Erstaunen der Touristen laut und etwas unbeholfen durch den Wald und über den Spazierweg schleppten.
Atemberaubend war der nächste Stopp am Nambucca Head, mit den unfassbaren Blautönen des Meeres.
Nambucca – Nelson Bay
Das Planen der restlichen Tage unseres Road Trips bedurfte weitere Entscheidungen, was nochmals deutlich Zeit in Anspruch nahm. Als wir unsere Optionen ab Sydney abgewogen, entschieden wir uns via Canberra an die Südküste zu fahren, bevor es zum Abschluss Richtung Melbourne gehen sollte.
Unser erster Stopp auf unserer Tagestour legten wir in Crescent Heads ein. Wenige Schritte von unserem Parkplatz sichteten wir die ersten mutigen Surfer, welche im Wasser geduldig auf die nächste grosse Welle warteten. Der Fussweg entlang des Strands führte uns auf einen kleinen Hügel mit einer 360 Grad Aussicht auf die Bucht mit anliegendem Golfplatz und den Surfern im Wasser.
Zurück im Campervan ging die Fahrt weiter nach Nelson Bay, unserem heutigen Etappenziel. Auf unserem Weg besichtigten wir das regionale Koala Spital in Port Maquerie. Die Institution kümmert sich um kranke und verletzte Tiere und ist bemüht diese wieder in ihr altes Habitat auszusetzen. Leider gibt es auch einige Patienten welche dauerhaft in dieser Einrichting verbleiben, da sie in der Wildnis nicht überlebensfähig sind. Spannend war auch die Tatsache, dass Koalas vermehrt an Chlamydien leiden und aufgrund der Leber dieser Tiere eine systemische Antibiotika Therapie praktisch unmöglich ist.
Als wir in Nelson Bay ankamen machten wir uns auf und erkundeten den hoch gelegenen Gan Gan Lookout, welcher einen idyllischen Ausblick auf die Bucht versprach.
Auf dem Camping machte Jessi eine erfreuliche Entdeckung als mehrere Hasen nach Sonnenuntergang ihr Abendessen genossen. Jessi war etwas weniger erfreut als sie zum ersten Mal Vegemite probierte 🙈
Nelson Bay – Katoomba
Gut vier Stunden dauerte unsere nächste Fahrt die uns nach Katoomba, Blue Mountains Nationalpark, brachte. Die Reise führte uns mitten durch die Riesenmetropole Sydney. Für etwas Verwirrung sorgte das für uns Europäer ungewohnte Mautsystem, welches komplett kontaktlos über Kameras und Sensoren funktionierte.
Zu unserem Glück entschieden wir uns kurzerhand ein unscheinbares Touristencenter zu besuchen. Der nette Herr an der Theke gab uns wertvolle Tipps bezüglich Wanderungen, günstigen Parkplätzen und Aussichtspunkten.
Blue Mountains
In unserem Favoriten-Nationalpark verbrachten wir zwei Tage mit Wandern und Erkunden der traumhaften Umgebung.
Unser erster Rundgang brachte uns zum Jamison und Princes Lookout, die nahe beieinander lagen. Die weitläufige Aussicht in das Tal war nicht vergleichbar mit den anderen Lookouts die wir bisher sahen. Ein ca. 1.5 stündiger Fussweg führte uns entlang der Felsen zum Wentworth Wasserfall.
Am folgenden Tag bedeckten Wolken die Sonne und die Temperatur war gefallen – Zeit für Pascal’s Winterkappe (!). Wenige Schritte vom Aussichtspunkt der bekannten Felsformation Three Sisters hatten wir einen Parkplatz für unseren Van gefunden. Trotz der frühen Uhrzeit befanden sich bereits unzählige Touristen dort. Nach einigen Augenblicken gab es dann aber auch für uns die Möglichkeit die Three Sisters von ihrer besten Seite zu bewundern.
Weiter ging es auf dem Giant Stairway, welcher uns an den Fuss der ersten Sister führen sollte. Ungleich wie andere Touristen entschlossen wir uns nicht nach wenigen Stufen der sehr steilen Treppe umzukehren, sondern die Herausforderung aller 1’000 Stufen anzunehmen. Das Setting in einem Regenwald und entlang eines massiven Felsen zu wandern war besonders.
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Unten angekommen, entschieden wir uns nicht den gleichen Weg wieder hoch zu nehmen, sondern eine Schlaufe durch den Wald zu laufen. Dieser Weg war jedoch deutlich länger als ausgeschildert und schlussendlich knapp vier Stunden. Doch auch hier wurden wir mit einer aussergewöhnlichen Atmosphäre und einer Begegnung mit einem Leierschwanz (Vogel der unzählige Geräusche nachahmen kann) belohnt.
Zurück im Van gab es eine Verschnaufspause und eine kleine Verpflegung 😋.
Katoomba – Palm Beach
Die nächste Fahrt brachte uns wieder zurück in das nördlich von Sydney gelegene Gebiet, Palm Beach. Der mit Abstand ungemütlichste Platz brachte uns dazu, dass wir uns kurz nach dem Check-In auf eine weitere Erkundungstour machten. Die idyllische Halbinsel liegt wenig ausserhalb der Stadt und bildet zwei Buchten. Gleich am Fuss des Hügels des Barrenjoey Head‘s fanden wir den wohl teuersten Parkplatz unserer Reise (10 AUD pro Stunde). Der gemütliche Smugglers Track führte uns hoch zum Barrenjoey Lichtturm und bot unterwegs einige hübsche Stellen. Oben angekommen, konnten wir die romantische Stimmung bei Sonnenuntergang geniessen, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten.
Sydney
Die Tagestour mit dem ÖV entpuppte sich in Sydney deutlich einfacher als in Brisbane. Beim Ein- und Aussteigen einfach die kontaktlose Kreditkarte auf den Leser halten und fertig ist der Zauber. Die Fahrt mit dem Bus bis ins Zentrum der Meteopole dauerte gut eine Stunde. Um einen ersten guten Eindruck der Stadt zu bekommen entschlossen wir uns an einer Walking Tour teilzunehmen. Weil wir noch etwas zu früh in der Stadt waren, besuchten wir einen kleinen Buchladen und stöberten etwas herum. Mit dem Kauf eines Bali Reiseführers war nun auch unsere kommende Destination besiegelt (🤗).
Unsere Walking Tour startete vor der City Hall und brachte uns an einige bekannte und historisch wichtige Orte der jungen Stadt. Zeitgleich zeigte unser Tourguide aber auch einige versteckte Seitengassen mit spannenden Fakten.
Speziellen Wert legte der Guide auch auf die Rivalität zwischen den beiden Städten Melbourne und Sydney, weswegen die heutige Haupstadt Canberra gegründet wurde.
Nach den Sehenswürdigkeiten im Zentrum und dem Gang durch das Rock Quartier ging es langsam Richtung Ende und den wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt: Harbour Bridge und der weltbekannten Oper.
Nach einem ausgedehnten Rundgang rund um den Hafen und die Oper gab es eine Fahrt mit der Fähre von Sydney nach Manly mit spektakulärer Sicht auf die beiden Highlights der Stadt. Zu Jessi’s Überraschung wartete eine versteckte und von Pascal handverlesene Süssigkeitentüte auf sie 😋.