Ankunft
Nach Australien führte uns unsere Reise weiter in das exotische Land der tausend Götter mitten im indo- pazifischen Gebiet – Bali. Jessi besuchte die Insel bereits als Kleinkind und später im Rahmen einer Freiwilligenarbeit und liebte die lebensfrohe und entspannte Lebensweise, das leckere Essen, die hinduistischen Tempel und die saftigen Reisterassen.
Bali war nur wenige Flugstunden von Melbourne entfernt, sodass wir zum Jahresende hin pünktlich in der Hauptstadt Denpasar landeten.
Mit der Grab-App (Uber für Südostasien) liess sich ein Taxi organisieren, welches uns sicher und zu einem fairen Preis durch das balinesische Verkehrschaos nach Legian brachte. Regeln existierten hier eigentlich keine – nur an den Linksverkehr sollte man sich nach Möglichkeit halten. Im Falle eines dichten Verkehrsknotens werden zur Not auch mal Fussgänger Verkehrslotsen und dirigieren Scooter, Autos und auch tierische Wesen (Hunde, Hühner, Enten) erfolgreich herum.
Legian
In Legian ging es dann erstmals in ein über die Feiertage deutlich überteuertes Hotel mit nettem Pool. Den Abend verbrachten wir mit leichtem Jetlag in einem lokalen Restaurant (Warung) mit leckeren Satay Ayam Spiesschen und Mie Goreng sowie einem balinesischen Bier namens Bintang – und schon gleich hiess es:”Cheers und än guätä Rutsch!”.
Surf Lektionen
Das Jahr war noch jung und wir entschieden uns den menschenleeren (und vermutlich monsunbedingt der hässlichste) Strand aufzusuchen. Dort erhandelten wir erfolgreich unsere erste Stunden auf dem Surfbrett. Mit dem sympathisch wirkenden Instruktor ging es dann auch direkt schon los – zuerst Trockenübungen an Land und dann gings ins Wasser. Jessi war bereits geübt und schnappte sich die erste Welle bis zum Strand. Da war Pascal’s Ehrgeiz geweckt 😅. Schon bald realisierten wir, dass unser Lehrer Harry, uns den Einstieg mit seiner Hilfe sehr einfach machte und es bei weitem nicht so trivial war. Spass machte es aber auf Anhieb!
Als wir von unser letzten Lektion zurückkehrten, öffnete Jessi die 20 Minuten (“schweizer Qualitäts-Journalismus”😆) Bali’s und entdeckte folgende Schlagzeile, welche es sogar bis nach Australien schaffte:
Tanah Lot Tempel
Gut eine Autostunde westlich von Kuta liegt einer der wohl grössten und spektakulärsten Tempel in Bali. Mit der direkten Lage an der Küste und dem Blick auf das Meer war dies ein mehr als lohnenswerter Ausflug. Die Planung stellte sich als simpel und der Trip definitiv ohne geführte Tour machbar heraus. Mit der Grab-App liessen sich Fahrer nicht nur für vordefinierte Strecken, sondern auch für eine bestimmte Dauer buchen.
Angekommen zeigte uns der nette Fahrer den Weg zu den Sehenswürdigkeiten. Was wir nicht wussten, dass genau an diesem Tag Galungan, ein wichtiger Festtag in Bali, war. Viele Einheimische genossen in hübscher Kleidung die Abendsonne auf den Liegewiesen und nippten an den frischen Kokosnüssen.
Bei unserem Besuch machten wir uns einen neuen Freund, welcher der felsenfesten Überzeugung war, dass wir seine neuen Herrchen seien und deshalb nicht mehr von unserer Seite weichen wollte. Wir nannten ihn “Dogo”.
Wir taten es den Balinesen gleich und genossen noch die letzten Sonnenstrahlen, bevor es wieder zurück ins Hotel ging.
Kulinarik
Die Sorgen von Jessi, dass Pascal das eher milde Essen nicht schmecken könnte, bestätigten sich nicht. Nach Australien war die balinesische Esskultur eine willkommene Abwechslung. Vom Klassiker Mie Goreng oder Nasi Goreng (gebratener Reis oder Nudeln) bis hin zu den leckeren Satay Spiesschen waren einfach alle Gerichte immer ein Leckerbissen.
Ubud
Etwas weg von der hektischen Küstenregion ging es in das zentrale und höhergelegene Ubud. Die Fahrt mit unserem Taxi dauerte etwas mehr als zwei Stunden und brachte uns auf modernen und asphaltierten Strassen an unsere zweite Destination. Die Strassen waren gesäumt mit den extra für das Galungan Festival gefertigten Penjor (Bambus – Laternen).
Gleich schon bei der Ankunft im Hotel bemerkten wir die entspanntere Atmosphäre. Das Hotel war weitläufig gestaltet und umgeben von Reisfeldern. Nebst der fleissigen Entenarmee, welche die Felder bewirtschaftete, verirrte sich einmalig auch eine Schlange.
Die Hotelzimmer mit dem inkludierten Frühstück waren exzellent, weswegen wir unser Aufenthalt kurzerhand verlängerten.
Monkey Forest
Nach dem einzigen verregneten Morgen besuchten wir den weltbekannten Affenwald in Ubud mit seinen ca. 1’200 frechen Bewohnern. Die filmreife Umgebung im Wald mit unterschiedlichen Tempeln gemischt mit Affen klang sehr vielversprechend. Die Befürchtung, dass wir nicht die einzigen Besucher sein werden, bestätigte sich jedoch bereits beim Erwerb unserer Tickets. Glücklicherweise lichtete sich die Menge an Besucher rasch auf dem weitläufigen Gelände.
Gleich nach dem Betreten sichteten wir die ersten Langschwanzmakaken, die mehrheitlichen sehr friedlich waren (im Vergleich zu Jessi’s letztem Besuch). Einige der Weibchen hatten ganz junge Affenbabys bei sich, welche kaum von deren Seite wichen. Sie waren ganz klar die Lieblinge der Touristen. Spannend war es auch den Spieltrieb der Affen zu beobachten. Wobei jüngere Affen eher spitzbubenartig mit von Menschen ergatterten Gegenständen (z.B. Glasmurmel) und andere wiederum Fangen rund um einen Teich spielten (manche sprangen auch gerne mal aus 3-4 Meter Höhe von einem Baum ins Wasser oder tauchten nach einer Kokosnuss!).
DIY Tagestour
Schnell die Grab-App auf dem Mobiltelefon geöffnet und den Fahrer für sechs Stunden gebucht. Gespannt auf die Attraktionen welche wir am Vorabend heraussuchten, machten wir uns auf den Weg.
Ausgerüstet mit den im Hotel ausgeliehenen Sarongs führte uns unsere erste Etappe nach Osten zur Goa Gajah Höhle, welche auch Elefantenhöhle genannt wird. Der frühe Vogel fängt den Wurm – da wir früh Morgens die einzigen Besucher waren. Der aufwendig dekorierte Eingang der kleinen Höhle hatte den Namen definitiv verdient und hätte gut in die Indiana Jones oder Tomb Raider Filmreihen gepasst.
Der Tirta Empul Temple, einer der wohl meist besuchtesten Wassertempel Bali’s, ist primär für sein heiliges Quellwasser bekannt, welches von hunderten gläubigen Hindus (und auch Touristen) für ein ganz spezielles Reinigungsritual genutzt wird.
Die Frage ob wir (genaugenommen Jessi) gerne Kaffee trinken, hätten wir wohl besser mit einem Nein beantwortet. Weiter ging es nämlich zu einer Kaffeeplantage, welche für den Luwak-Kaffee bekannt war. Wenn man gerne Kaffee aus Bohnen trinkt, welche zuerst den Verdauungstrakt eines Säugetiers durchwandert hat, war man hier genau an der richtigen Adresse (im doppelten Sinne not Pascal’s cup of tea). Die lieblose Führung durch den Garten und die Rösterei zeigten schnell, dass es sich um ein Touristen Money-Grab mit Provision für den Taxichauffeur handelte.
Als letztes standen die Reisfelder von Tegallalang auf unserer Liste der Tagestour. In Jessi’s Erinnerung ein idyllisches Tal mit hübschen in Terassen angeordneten grünen Reisfeldern. Aber auch hier wurden wir von unserem Chauffeur in eine Art provisionsbasierendes Resort abgeladen. Die grossen Schaukeln waren vor allem bei Insta-Sternchen aller Alterskategorien hoch im Kurs… wir ergriffen schon bald die Flucht zurück Richtung Unterkunft.
Wenn man die letzten beiden Stopps ausblendet und sich auf die beiden eigentlichen Sehenswürdigkeiten fokussiert, war es ein doch sehr gelungener und unvergesslicher do it yourself (DIY) Tagesausflug.
Lovina
Unsere Zeit im hippen Ubud war schnell verflogen und wir bestellten uns einen Fahrer der uns in den ruhigeren Norden der Insel nach Lovina brachte. Die gut dreistündige Reise führte uns in die Berge Bali’s – vorbei an den Twin Lakes und dem am Wasser errichteten Ulun Danu Beratan Tempel.
Bereits bei unserer Ankunft bemerkten wir, dass es hier deutlich weniger hektisch zu und herging. Unser Hotel war versteckt in einer kleinen unasphaltierten Seitenstrasse, in die sich nicht einmal unser Taxifahrer wagte. Trotz der Lage überraschte ein rotes Tor, welches uns in den hübsch gestalteten Innenhof des Le chien rouge führte. Nachdem wir uns eingewöhnt hatten, kamen wir mit einem sympathischen jungen Paar aus Deutschland mit erschreckend vielen Gemeinsamkeiten ins Gespräch.
Neben den klassischen Restaurants / Warungs und Bars gab es in Lovina nur eine Attraktion mit welcher sich das Dorf schmückte: Schwimmen mit Delphinen. Was nach einem besonderen und verlockenden Abenteuer klang, stellte sich nach etwas Recherche mehr als eine Art Jagd auf die Delphine mit dutzenden mit Touristen beladenen motorisierten Fischerbooten heraus – nix für uns also.
DIY Tagestour 2.0
Ausgerüstet mit dem Wissen unserer ersten balinesischen Tagestour, machten wir uns erneut auf Entdeckungsreise. Auch dieses Mal ging es früh morgens los um die hitzigen Temperaturen und grossen Menschenmassen zu umgehen.
Die erste circa halbstündige Etappe brachte uns zum buddhistischen Tempel Brahmavihara Arama. Die aufwendig dekorierte Tempelanlage mit dem schönen Garten unterschied sich deutlich von den zuvor gesehenen Tempeln in Südkorea. Ein durchaus toller Ort für einen künftigen Tempelaufenthalt :).
Unweit entfernt befanden sich die heissen Quellen von Banjar. Ein kurzer Fussweg vom Parkplatz durch die unzähligen Stände der Einheimischen brachte uns zu einer Art freiluft Thermalbad. Zu unserem Erstaunen kostete der Eintritt fast nichts und wir waren praktisch alleine! Einzig die Temperatur des Wassers versprach keine grosse Erfrischung bei den tropischen Bedingungen.
Den folgenden Tag nutzten wir uns zu erholen und weitere Schritte zu planen. Ausserdem tauschten wir uns mit unseren neuen Freunden fleissig über Hochzeitspläne aus. Vielen Dank an Liming und Jendrik für die schöne Zeit und den regen Ideenaustausch ☺️.
Amed
Unsere restlichen Tage in Bali verbrachten wir in Amed, einem ruhigen Dorf ganz im Nordosten der Insel. Als Nicht-Taucher war die Liste der Sehenswürdigkeit schnell abgearbeitet. Glücklicherweise fanden wir in der Bucht von Amed ein kleines Restaurant, das uns eine komplette Schnorchelausrüstung für 3.50 Fr. auslieh. Unweit vom Ufer entdeckten wir auch einige Meeresbewohner – allem voran erfreuten wir uns über die blauen Seesterne und die fast neonblauen Fischchen🐠.
Schon bald ging unsere Reise mit dem Fast Boat weiter zur Nachbarsinsel Lombok – auf zu einem neuen Abenteuer!